Formen
kreieren und mit Farben zum Leuchten bringen
Jörg
Angelkorte über seine Arbeit
Warum
nennen Sie in Ihrer Biografie Ihren Vater gerne als künstlerisches
Vorbild?
Ob er mein künstlerisches Vorbild war, darauf will ich mich nucht
unbedingt festlegen. Aber er hat mir das Handwerk des Zeichnen und Malens
beigebracht.
So wie andere Menschen ganz selbstverständlich das Sprechen lernen,
konnte ich bei ihm durch Beobachten, Nachahmen und korrigiert werden
die Sprache der Formen, Farben und Perspektiven lernen.
Gründlicher gehts nimmer.
Was drängt Sie, trotz aller existenziellen
Klippen und neben dem Beruf als Masseur weiterhin ihre aufwändige
Kunst zu betreiben?
Also zunächst mal haben Massieren und Kunst machen eine Menge gemeinsam.
Als Antwort auf die Frage kann ich nur sagen:
Ich will Schönheit in den Alltag tragen, ich möchte Formen
kreieren und mit Farben zum Leuchten bringen. Deshalb arbeite ich auch
so viel mit den seltenen Glasmaterialienwie zum
Beispiel Uroborosglas und mit Spiegelglas.
Was sind denn die Gemeinsamkeiten beim
Kunstmachen und beim Massieren?
Die sind ganz praktischer Natur. Ich hänge zum Beispiel immer wieder
neue Arbeiten an die Wände der Massagekabine. Die Klienten können
sich in die Bilder vertiefen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen.
Wenn wir diese Momente einmal als kreative Momente bezeichnen, Momente
in denen Formen und Farben eine Art gedankliche Gestaltungskraft antriggern,
dann weiß man aus der Kreativforschung, dass sie Entspannung auslösen
udn manchmal sogar den Stoffwechsel deutlich beeinflussen. Und zwar
positiv.
Und ganz nebenbei kommt es immer wieder vor, dass Klienten sich für
eine der Arbeiten begeistern und sie kaufen.
Erzählen Sie uns etwas zur Beziehung
zwischen Ihnen als Künstler und Leuten, die Ihnen einen Auftrag
erteilen.
Oft kommen die Menschen mit einer Idee zu mir. Die ist oft noch diffus,
aber sie gibt die Richtung vor. Eine Lampe zum Beispiel oder ein Spiegel
oder eine Raumgestaltung. Gemeinsam entwerfen wir nun die konkrete Arbeit,
die ich dann schließlich künstlerisch umsetze.
Sie arbeiten mit ganz unterschiedlichen
Materialien wie Papier, Glas, Spiegel, Holz, Eis oder auch Schnee und
Eis.
Können Sie sich nicht entscheiden?
Nein, es geht um anderes. Ich fing als Kind an, mit Papier und später
auf Leinwand zu malen und zu zeichnen. Mit meiner Lehre kam dann die
Arbeit mit den faszinierenden Gläsern dazu.
Dazu muss man wissen, dass schon das Glas selbst, aus dem meine Objekte
entstehen, immer ein unikates Kunstwerk ist.
Die Meisterschaft der Glasmacher und
die Kraft des Zufalls schafft hier zauberhafte Flächen und Formen.
Es ist immer ein besonders schwerer Prozess, zu entscheiden, dieses
Glas in Einzelteile zu zerschneiden. Wirklich schwer und oft sehr langwierig.
Aber später, wenn die Einzelteile zusammen mit den anderen verarbeitet
sind, hat es sich immer gelohnt, besondere Sorgfalt auf das Auswählen
zu legen.
Das Arbeiten in der Tiffany-Handwerkskunst war dann nur ein konsequenter
weiterer Schritt.
Fortan fertigte ich auch Spiegel-
und Leuchtobjekte.
Daneben habe ich all die Jahre an meinen Malereien gearbeitet.
In letzter Zeit sind dann Wandgestaltungen, Holzskulpturen dazugekommen
und dann, als jüngste Entwicklung, die Gartenkunst.
Ach ja: Und im Winter,
wenn das Wetter mitmacht, entstehen in jedem Jahr schnell vergängliche
Skulpturen aus Eis und Schnee. |
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